
Seit Herbst 2014 ist die eierlegende Wollmilchsau unter den Multi-Sportuhren auf den Markt – die Garmin Forerunner 920XT*. Und lächelte mich dabei mit jeder weiteren begeisterten Rezension immer mehr an.
Dabei war ich gut ausgestattet und mit meinem Garmin Forerunner 310XT auch durchaus zufrieden. Nur schwimmen konnte er nicht und das ärgerte mich schon etwas. Auch das proprietäre ANT+-Protokoll nebst zugehörigen USB-Stick nervte ein wenig, aber sonst gab es gar nichts an dem treuen Begleiter auszusetzen.
Und trotzdem konnte ich irgendwann nicht mehr widerstehen und die Uhr musste her. Hier also der Garmin Forerunner 920Xt Test für dich.
Was kann der Alleskönner alles?
Ich möchte jetzt nicht alle Funktionen der Sportuhr aufzählen, das würde den Rahmen sprengen. Schaut das Video zur Einstimmung an. Dort wird – etwas sehr nüchtern zwar – aber trotzdem alles wesentliche kurz und knapp erläutert.
Soweit die Theorie – kommen wir zur Praxis. Zu meiner Praxis.
Garmin Forerunner 920XT Test – ein Erfahrungsbericht
Als Triathlet ist die Abwechslung der Reiz des Sports, aber stellt dich auch immer wieder vor neue Heausforderungen. Und sei es nur die Tatsache, wie du dein Training protokollierst. Früher habe ich das ganz brav per Excel-Tabelle gemacht. Später nutze ich mit trainingstagebuch.org eine Online-Plattform, wo ich die verschiedensten Einheiten von meinen Garmin-Geräten hochladen konnte. Doch bequem war das nicht und aufwändig obendrein. Irgendwie nicht mehr zeitgemäß.
Dank Bluetooth-Verbindung mit meinem Handy und der Garmin-App ist damit Schluss. Kaum das Training gestoppt, gibt die Uhr mir ein kurzes Feedback, dass der Upload auf Garmin Connect vollständig und automatisch durchgeführt wurde. Sehr praktisch! Fast so praktisch, wie die Smartwatch-Funktionalität. Mein Telefon ist mittlerweile meistens stumm geschaltet, dafür vibriert meine Garmin-Uhr am Handgelenk leicht, wenn ein Anruf oder eine Nachricht herein kommt.
Richtig gelesen – ich trage die Sportuhr mittlerweile auch im Alltag. Und das, wo sie doch ganz sicher keine Schönheit ist. Anfangs war das für mich undenkbar, aber als irgendwann die Batterie meiner Uhr den Geist aufgab, wechselte ich zum Forerunner und bleib dabei. So hässlich ist sie dann doch nicht, aber dafür ungemein praktisch.
In Phasen ohne strukturierten Trainings nutze ich gerne die Schrittzähler-Funktion, um wenigstens so auf mindestens 8000 Schritte täglich zu kommen. Da motiviert die Schrittanzeige ordentlich, denn diese Bewegung tut mir gut gerade in trainingsarmen Zeiten sehr gut.
Die Akkulaufzeit ist ausreichend. Im Uhr-Modus hält die 920XT fast eine Woche durch und auch mit GPS hatte ich selbst bei siebenstündigen Touren nie Probleme. Laut Hersteller und weiteren Tests ist auch ein Ironman mit 12-15 Stunden machbar.

Die Kernfunktionen – Sport mit dem Garmin Forerunner 920XT
Ihre richtige Stärke spielt die 920XT natürlich beim Sport aus. Kennst du folgende Situation? Auf deinem Trainingsplan steht heute 5x1km –Intervalltraining beim Laufen. Notwendig um schneller zu werden, aber immer wieder eine logistische Herausforderung. Entweder du trainierst die Intervalle auf der Bahn oder du hast – wie ich es immer getan habe – dir per Fahrradtacho oder Google Maps eine Strecke ausgemessen.
Mich nervt diese immer gleiche Strecke ungemein und das ist beim Bahntraining noch schlimmer. Mit der GPS-Uhr ist Schluss damit. Du kannst mit der Auto-Lap-Funktion oder auch manuell deine Intervalle zu jeder Zeit starten. Nach einem Kilometer bekommst du wieder durch ein Vibrieren am Handgelenk mitgeteilt, dass du vom Gas geben darfst. Dank dieser praktischen Funktion ist das Intervalltraining noch abwechslungsreicher. Und effektiver – denn ich habe meine Pace zu jeder Zeit im Blick und laufe sprichwörtlich wie ein Uhrwerk.
Wechseln wir aufs Rad. Dank meiner Garmin-Uhr ist auch hier die Langeweile dahin und ich entdecke fast jedes Mal eine neue Strecke. Und das unabhängig ob auf dem Rennrad oder dem MTB. Auch Sperrungen auf Straße und Wald bringen mich nicht aus der Ruhe und Verfahren war gestern. Dass die Uhr dank günstiger Zusatztools neben Geschwindigkeit, Distanz und Puls auch meine Trittfrequenz* misst, ist ein weiterer Pluspunkt. Selbst Wattmessung über Garmin Vector wäre denkbar. Nur eine Kartenfunktion vermisse ich, aber das ist bei dem kleinen Display auch zu viel verlangt. Daher ist mein Garmin 800 meist noch am Rad als Navigationsgerät dabei.
Und dann ist da noch das Schwimmen – neben Bluetooth der Grund, warum ich mich schließlich für die 920XT entschied. Auf dem Trainingsplan steht 3x400m. Das sind in einem 25m-Becken 16 Bahnen. Nun kann ich natürlich problemlos bis 16 zählen, doch bei höherem Tempo und dem damit schwindenden Sauerstoff im Hirn fällt mir das nicht immer so leicht. Waren das jetzt 12 Bahnen, oder waren es doch schon 14 oder gar nur 10?
Du kennst vielleicht diese Fragen, die einem beim Kacheln zählen so durch den Kopf schwirren. Mit dem Forerunner 920XT ist Schluss damit, dass du heute stolz bemerkst, dass du besonders flott warst, nur um beim zweiten Intervall festzustellen, dass du dich einfach nur verzählt hattest. Das ist vorbei, denn automatisch werden die Bahnen bei Brust-, Kraul- und Rückenschwimmen gezählt. Nur mit Techniktraining kann die Uhr nicht so richtig umgehen. Aber das ist verschmerzbar.
Auch Schwimmen im See funktioniert sehr gut. Die Genauigkeit ist verblüffend, wenn man davon ausgeht, dass das GPS-Signal unter Wasser natürlich nicht erreichbar ist. Aber vielleicht liegt es auch nur an meinem zu langsamen Armzug. Pulsdaten werden allerdings unter Wasser nicht aufgezeichnet. Apropos Pulsgurt – der ist gegenüber dem 310Xt bei der Genauigkeit verbessert, aber leider in Sachen Tragekomfort noch immer nicht optimal. Ich denke hier liegt die Zukunft bei der Pulsmessung am Handgelenk oder im Ohr. Das würde ich mir für die Zukunft wünschen.
Schwimmen klappt, Radfahren auch und Laufen erst Recht – wie schaut das dann im Wettkampf aus. Für viele Sportler ist das trotz genauer Zeitmessung schließlich ein wichtiges Kaufargument. Hast du schon einmal beim Zieleinlauf eines Laufwettkampfs oder Triathlons geschaut – das Bild ist immer gleich: Erst wird die Uhr betätigt und dann der Zieleinlauf bejubelt. Wahlweise auch umgedreht.
Die Daten aus dem Wettkampf sind im Triathlon-Modus sehr gut, doch es gibt auch einige Schwächen. So ist es mir bereits mehrfach passiert, dass im Gekloppe des Schwimmens die Uhr aus Versehen betätigt wurde. Auch beim Ausziehen des Neoprenanzuges kann das leicht passieren. Da ist eine Verbesserung bzw. eine einfache Tastensperre wünschenswert. Ansonsten funktioniert die Uhr tadellos.
Die Einsatzbereich der Garmin Forerunner 920 XT
Hier noch einmal die verschiedenen Modi zusammen gefasst:
- Laufen (Draußen wie auch drinnen)
- Radfahren (Ebenfalls Indoor wie Outdoor)
- Schwimmbad
- Freiwasser-Schwimmen
- Wandern
- Fitnesstraining (von mir selbst zusammen gestellt)
- Triathlon
Weitere Modi kannst du selbst an der Uhr konfigurieren.

Ein persönliches Fazit
Im Vergleich zum ebenfalls guten Forerunner 310XT punktet die 920XT mit einem extrem verbesserten GPS-Empfang. Selbst in den Häuserschluchten der Großstadt entfällt langwieriges Warten auf das GPS-Signal und das Signal ist sauber und genau. Die Funktionsvielfalt ist immens und sprengt den Rahmen selbst anspruchsvoller Hobbysportler. Denn natürlich kann man sein Training auch vorplanen, was ich aber nie nutze. Meine Einheiten kann ich mir gerade so merken.
Weiterer deutlicher Pluspunkt ist die Smartphone-Funktionalität. Natürlich nicht auf Apple Watch-Niveau, aber völlig ausreichend. Telefon, SMS, Whatsapp und auch Facebook-Nachrichten kommen an der Uhr an und sind dort auch lesbar. Einziger Nachteil ist die Optik, die traditionell noch nie eine Stärke von Garmin war.
Der Preis ist derzeit (Stand November 2015) mit knapp unter 400€ zwar recht happig und war auch für mich erstmal abschreckend. Aufgrund der Funktionsvielfalt und der Alltagstauglichkeit ist er jedoch absolut angemessen.
Die Konkurrenz
Natürlich gibt es aber auch Konkurrenten zur eierlegenden Wollmilchsau aus dem Hause Garmin. Zum einen der günstigere Garmin Forerunner 310XT aus dem eigenen Haus für alle, die auf die Schwimm- und Smartwatch-Funktionen verzichten können. Oder das Spitzenmodell Garmin Fenix 3, was die gleiche Ausstattung wie die 920XT hat und zusätzlich auf Outdoor-Betrieb spezialisiert ist und eine längere Akkulaufzeit hat. Dann natürlich das Polar-Flaggschiff Polar V800, dass mit besserer Optik und besserem Pulsgurt punktet, aber funktionell und im Praxistest gegen die 920XT den kürzeren zieht. Auf ähnlichen Niveau aber auch seltener verbreitet, ist die Suunto Ambit 3, deren Besonderheit ist, dass Pulsdaten auch beim Schwimmen gemessen werden und nach dem Training angeschaut werden können.
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Torsten
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Über den Autor: Torsten Pretzsch

Ich bin 2008 von der Couch aufgestanden, um ein sportlicheres Leben zu führen. Begonnen mit einer Laufrunde von 15 Minuten, lief ich Jahre später Marathon und absolvierte einen Ironman.
Mit dem ausdauerblog möchte ich meine Vision verwirklichen, über 50.000 Menschen dauerhaft zum Laufen zu bringen.