Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft. Mark Twain
Was haben 12 jährige Teenager mit erwachsenen Ausdauersportlern gemeinsam?
Sie rauchen heimlich in irgendwelchen Ecken… Rauchen und Sport sind zwei Dinge, die nicht zueinander passen.
Am Start (und im Ziel) von Läufen könnte man diesen Eindruck gewinnen. Wenn du mal aufmerksam beobachtest, wirst du den einen oder anderen suchenden Blick entdecken.
Bevor sie in den Startbereich gehen, suchen diese Sportler nach einem Versteck. Aber nicht um – wie viele andere – wild zu pieseln, sondern um heimlich ihrem Laster Rauchen nach zukommen. Spätestens bei Wettkämpfen ist Rauchen absolut verpönt und trotzdem gehen nicht wenige, zum Teil auch richtig schnelle Sportler diesem Laster nach.
Doch warum verstecken sie sich? Klar – das schlechte Gewissen plagt sie. Rauchen und Sport passen einfach auf Dauer nicht zusammen. Oder doch? Sprüche wie „ohne Dampf kein Kampf“ oder „ein Sportler ist wer raucht und trinkt und trotzdem seine Leistung bringt.“ sind ja nicht umsonst entstanden?! Wir wollen der Sache einmal auf den Grund gehen…
Mein Weg – so wurde ich zum Nichtraucher
Auch ich habe am Anfang meiner sportlichen Laufbahn geraucht. Und das gerne und viel. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen aufzuhören. Doch damals wäre ich auch nie auf den Gedanken gekommen, einmal Marathon zu laufen. Freunde von mir sagten später, dass ich jemals Marathon oder Ironman mache, hätten sie mir nie zugetraut. Aber das ich jemals mit dem Rauchen aufhöre noch viel weniger. Gedanken ändern sich mit der Zeit und mit ihnen Einstellungen.
Nach den ersten beiden sportlichen Jahren habe ich mit dem Rauchen aufgehört, einfach so und ohne fremde Hilfe. Und ganz spontan dazu. Mit zunehmenden Sport ist einfach die Lust aufs Rauchen immer weniger geworden.
Eines Morgens auf dem Weg ins Büro hatte ich meine Zigaretten vergessen und da aus einem Impuls beschlossen, keine mehr anzufassen. Gesagt getan – seit dem habe ich nie wieder eine Zigarette im Mund gehabt.
Klingt unspektakulär – ich weiß – und war es auch. Die Entscheidung habe ich nicht bewusst getroffen, sie kam statt dessen tief aus meinem Unterbewusstsein und war wohl auch deshalb so erfolgreich. Das ist der Kern – du musst es wollen – wirklich und aus voller Überzeugung. Und nicht, weil man als Sportler einfach nicht raucht.
Hart waren nur die ersten 2-3 Wochen, danach wurde es einfach(er). Sport hilft auch hier, um den kurzen körperlichen und den längeren psychischen Entzug zu lindern. Überstehst du (und deine Umgebung) diese 2-3 Wochen voller schlechter Launen ohne Rückfall, so steht dem Nichtrauchen nur noch wenig entgegen. Rauchen ist halt doch auch nur eine Gewohnheit.
Schadet Rauchen wirklich beim Sport?
„Natürlich schadet Rauchen beim Sport. Ist doch klar!“ – so oder so ähnlich reagieren die meisten, doch ist das wirklich so?
Auch als Raucher konnte ich mich vom absoluten Anfänger, der gerade einmal 15 Minuten am Stück laufen konnte zum Halbmarathonläufer, der deutlich unter 2 Stunden läuft, steigern. Und in unserer Facebook-Gruppe gibt es einen, der läuft die 10 Kilometer unter 40 Minuten sowie nahezu täglich längere Strecken – auch als Raucher. Und selbst unter Spitzensportlern gibt es eine Dunkelziffer an heimlichen Rauchern.
Wollen wir ehrlich sein, dass Rauchen die Leistung eines Amateursportlers negativ beeinflusst, ist zwar richtig, aber sollte auch nicht überbewertet werden. Der negative Einfluss von Zigaretten ist in Wahrheit viel geringer ist, als weithin angenommen. Zumindest im Ausdauersport….
Das was gerne als Raucherlunge bezeichnet wird und ein Zeichen von Konditionsmangeln ist, liegt viel eher am mangelnden Training als an der durch Zigaretten ausgelösten Minderleistung deiner Lunge. Gerade für Einsteiger ist das Rauchen ein perfekter Vorwand, um die eigenen schwache Leistung schön zu reden.
Wenn du so denkst, habe ich eine schlechte Nachricht für dich: Mit Rauchen aufhören macht dich nicht schneller und ausdauernder, du musst schon hart dafür trainieren.
Aber klar gibt es Effekte, die sich positiv auf deine Leistung auswirken. Hörst du mit dem Rauchen auf, sinkt dauerhaft dein Pulsschlag um einige Schläge und das wiederum erlaubt bessere Laufzeiten.
Aber das ist eigentlich bei den vielen Vorteilen des Nichtrauchens eher nur eine Randnotiz…
Was hilft, um mit dem Rauchen aufhören zu können?
Eigentlich willst du mit dem Rauchen aufhören. Doch du wolltest auch eigentlich jahrelang Sport machen. Diese verflixte „eigentlich“. Beim Sport hast du mittlerweile den inneren Schweinehund zum Schoßhund degradiert, beim Rauchen will dir das aber einfach nicht gelingen. Du brauchst den Qualm!
Das ist natürlich Quatsch – so wie du mittlerweile zum Sportler geworden bist, so kannst du auch den Zigaretten entsagen. Wichtig ist – DU musst es wollen. Triff die Entscheidung!
Steht dein Entschluss fest, gilt es die richtige Methode zu finden. Es hat sich schon eine ganze Industrie entwickelt, um Menschen vom Rauchen zu entwöhnen. So individuell wie die Menschen sind dabei die Methoden und du musst die für dich passende finden. Diese gibt es übrigens von 0 bis zu einigen tausenden Euros. Euros, die du ja zukünftig dank des Nichtrauchens sparst.
- Die „jetzt ist Schluss“ – Methode
Das war mein Weg – ich hab einfach aufgehört. Ohne Unterstützung von außen, ohne Bücher, Kurse und dergleichen. Diese Methode ist die günstigste, sie gibt es zum Nulltarif.
Es ist egal , ob du ein Ritual aus der letzten Zigarette machst oder – wie bei mir – eher spontan aufhörst.
Voraussetzung ist, dass die Entscheidung in deinem Kopf gereift ist und es „klick“ gemacht hat. Ist dem so, ist die Methode so einfach wie wirkungsvoll. Höre auf und dann sei ein paar Wochen stark.
Dieses Buch ist ein Bestseller – es ist sogar DER Bestseller unter den Nichtraucher-Büchern. Und es hat schon Millionen Menschen auf der ganzen Welt geholfen, wie man aus den zahlreichen Rezensionen entnehmen kann.
Auch in meinem Bekanntenkreis gab es einige, denen Allen Carr geholfen hat. Mir nicht! Ich habe es zweimal versucht, doch jedesmal noch vor dem Ende das Buch wutentbrannt weggeworfen. Ich konnte die arrogante Art von Carr nicht ertragen.
Wenn jemand mir sagt, was ich tun soll, mach ich Trotzkopf schon aus Protest genau das Gegenteil. Man muss mich statt dessen langsam überzeugen. So, dass ich selbst zur Erkenntnis komme. Missionieren ist dabei die schlechteste Form der Überzeugung. Wie gesagt – bei mir – bei anderen half das Buch extrem gut.
Carr geht nicht zimperlich mit dir als Raucher um, aber gerade diese Direktheit macht es erfolgreich und setzt bei vielen zum Umdenken an. Ist auf jeden Fall einen Versuch wert – hier gibt es das Buch zu kaufen.*
- Carr, Allen (Autor)
Wer eher der visuelle Typ ist, dem empfehle ich Stefan Frädrich mit seiner DVD „Nichtraucher in 5 Stunden“.* Einigen in unserer Facebook-Gruppe hat das geholfen.
Ich selbst habe es nicht getestet, kenne aber Stefan Friedrich als Experten von seinen Büchern über den inneren Schweinehund.* Frädrich ist ein begnadeter Redner und bringt es mit seiner bildhaften Sprache rüber, die Massen zu begeistern und zu motivieren. Einfach mal ausprobieren…
- Dr. Stefan Frädrich (Schauspieler)
- Technische Helferlein – Apps & Programme, die dir das Rauchen abgewöhnen
Natürlich gibt es mittlerweile auch jede Menge Apps, die dich beim Rauchentzug unterstützen. „SmokeFree“ (iPhone / Android) und „Quitnow“ (iPhone / Android) sind hier bekannte Vertreter, die auch von den Mitgliedern unserer Facebook-Gruppe empfohlen wurden. Wichtig bei so einer App ist auch die soziale Komponente, denn du kannst dich jeweils mit anderen austauschen, die und er gleichen Situation wie du sind. Das motiviert gegenseitig!
Auch Online-Dienste und -Portale gibt es, die sich dem Thema verschrieben haben. Nicht alle davon sind seriös. Empfehlenswert ist aber in jedem Fall das sehr gut gemachte Portal rauchfrei-info.de, welches von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung betrieben wird.
- Alternative Methoden – wenn es die große Lösung sein muss
Helfen dir die oben genanten Dinge nicht, muss die große Lösung her. Seien es Selbsthilfegruppen in deiner Umgebung, Besuche beim Heilpraktiker oder Hypnose-Sessions – auch in diesem Bereich gibt es unzählige Angebote. Allen gleich ist eine Tatsache: Bei aller Unterstützung von außen – auch hier muss der Willen zum Aufhören aus dir selbst kommen.
- Methoden, die garantiert nicht funktionieren
Was du gleich vergessen kannst, ist deinen Zigarettenkonsum zu reduzieren. Mag FDH (friss die Hälfte) bei Diäten noch funktionieren, beim Rauchen klappt das garantiert nicht. Ganz oder gar nicht – was anderes funktioniert nicht. Auch weil schon wenige Zigaretten die negativen Effekte des Rauchens dauerhaft etablieren. Auch E-Zigaretten helfen nicht, sind sie doch nicht weniger gesundheitsschädlich.
Etwas besser – aber auch nicht so wirklich erfolgsvorsprechend sind Dinge, wie eine Ersatzbefriedigung suchen. Kaugummi*, Lollies oder Kaffee mögen dich für eine kurze Zeit unterstützen, auf lange Sicht gewöhnt es dir die Sucht nicht ab. Das gleiche gilt übrigens auch für das beliebte Nikotinpflaster* oder Spray*.
- Lasse dir helfen
Was beim Sport hilft, hilft übrigens auch beim Rauchentzug. Suche dir externe Unterstützung. Höre mit deinem Partner gemeinsam auf, suche dir Freunde, denen du deinen Fortschritt berichtest oder nutze soziale Medien dafür. Auf Facebook gibt es einige Gruppen. „Nichtraucher- du schaffst es“ und „Nichtraucher- endlich rauchfrei“ wurden mir empfohlen. Auch die oben erwähnte Webseite rauchfrei-info.de hat eine starke Community.
Was passiert, wenn du mit dem Rauchen aufhörst
Viele haben schlicht und ergreifend Angst, was mit ihnen passiert, wenn sie von der Droge wegkommen. Die Folgen des Entzugs sind aber halb so wild.
Am Anfang wirst du nervös sein, wirst schlecht schlafen, leicht reizbar und unausgeglichen sein. Doch dieser körperliche Entzug ist bereits nach wenigen Tagen überwunden. Spätestens nach zwei Wochen hast du und dein Umfeld es überstanden.
Übrigens ist die Gewichtszunahme keine direkte Folge des Rauchstopps. Es liegt eher daran, dass deine Geschmacksnerven sich erholen und dir das Essen wieder einfach besser schmeckt. Deshalb isst du mehr und deshalb nimmst du zu. Sport hilft auch hier, dem entgegen zu wirken. Ich hatte damals nahezu keine Probleme damit.
Du musst es Wollen, denn Rauchen und Sport passen einfach nicht zusammen
Für viele – wie mich – ist Sport der Anlass mit Rauchen aufzuhören und für fast noch mehr ist es umgedreht. Sie beginnen mit Sport, weil sie mit dem Rauchen aufgehört haben. Wie auch immer dein Weg ist – beide Optionen sind perfekt, denn sie helfen dir, vom Glimmstängel loszukommen.
Ob du wirklich bereit bist, mit dem Rauchen aufzuhören, kannst du in einem Test feststellen.
Glaub mir es lohnt sich – nicht nur sportlich. Gesteigerte Lebensqualität und mehr Geld in der Tasche sind nur zwei Argumente, um nicht die ausgelutschte Gesundheitskeule zu schwingen. Laut einem Online-Rechner habe ich in den rauchfreien Jahren 10.000€ gespart. Na da werde ich mir doch nächstes Jahr eine schöne große Reise gönnen…
Zum Schluss möchte ich noch Meister Yoda in einem Video zu Wort kommen lassen. Für alle, die immer wieder sagen „ich werde es versuchen…“
Was ist deine Erfahrung – rauchst du noch oder hast du es auch geschafft? Was hat dir geholfen? Ich freue mich auf deinen Kommentar unter diesem Artikel.

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Ach übrigens – ich wünsche dir mehr Zeit für Sport in deinem Leben.
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Über den Autor: Torsten Pretzsch

Ich bin 2008 von der Couch aufgestanden, um ein sportlicheres Leben zu führen. Begonnen mit einer Laufrunde von 15 Minuten, lief ich Jahre später Marathon und absolvierte einen Ironman.
Mit dem ausdauerblog möchte ich meine Vision verwirklichen, über 50.000 Menschen dauerhaft zum Laufen zu bringen.